Mittwoch, 30. Dezember 2015
20:15 - 22:15

keine Angabe
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Beschreibung

„Engel des Universums“ war in der vergangenen Spielzeit einer der Publikumslieblinge: Grund genug, Werner Bodinek und seine drei musikalischen Komplizen zum Jahreswechsel einzuladen, um noch einmal die Geschichte eines skurrilen Quartetts von Aussenseitern zu erzählen und einen Engel aus Island am winterlichen Nachthimmel fliegen zu lassen.

„Engel des Universums“ erzählt die Lebensgeschichte von Páll, dem Ich-Erzähler und seiner Klinikfreunde Pétur, Óli Beatle und Viktor. Sie sind nicht unbedingt die besseren Menschen, sondern Verrückte, die sich mit ziemlich viel Genie durch den Alltag schlagen. Nach landläufigen Begriffen sind sie in ihrem Leben gescheitert. Doch das ist lebensfroh und entspannt in einer Weise erzählt, die den Irren in der Anstalt Frieden gönnt und es dennoch versteht, die „Alpträume der Vögel und das Kopfzerbrechen der Fische“ zu schildern.
In der Inszenierung von Ueli Blum sind Text, Gesang und Musik kunstvoll und poetisch miteinander verknüpft.

„Es braucht nicht lange, bis das Publikum sie ins Herz geschlossen hat. Wohl auch darum, weil wir alle et- was an Verrücktheit in uns tragen, die einen mehr, die anderen weniger. Oder aus der Angst, dass es uns sel- ber treffen könnte. «Gits ned i jedere Familie eine, wo spinnt?», fragt einer der Klinikkumpane. Es ist der einzige Satz in Schweizerdeutsch. Und er legt sich wie ein unsichtbarer Schleier über das Stück. Sind nicht Wahn und Wirklichkeit näher zusammen, als wir glauben? Und doch wollen alle auf die Seite der Gesunden.“ (Wohlener Anzeiger) „’Engel des Universums’ bietet dem Publikum eine neue, kreative Sichtweise auf die theatralische Umsetzung eines Romans. Noch viel eindrücklicher aber sind die Einblicke in das Wesen und die Welt eines Schizophrenen, welche diese Aufführung vermitteln. Sie faszinieren, ohne abzuschrecken und klingen lange nach. Dies auch wegen der Eindringlichkeit und des Könnens, mit dem der Regisseur und die vier Akteure den heiklen, schwierigen Stoff umgesetzt haben.“ (Aargauer Zeitung)
Der Autor Einar Már Guðmundsson, geboren am 18. September 1954 in Reykjavík, studierte nach dem Abitur (1975) Literatur und Geschichte an der Universität Islands. Seit seinem erzählerischen Debüt, den Roman „Riddarar hringstigans“ (Deutsch: „Die Ritter der runden Treppe“, 1988), veröffentlichte Einar Már Guðmundsson zahlreiche Werke. Seine Bücher liegen in viele Sprachen übersetzt vor, und für „Engel des Universums“ erhielt er 1995 den Literaturpreis des Nordischen Rates. Eine Verfilmung durch den Regisseur Friðrik Þór Friðriksson wurde am Neujahrstag des Jahres 2000 uraufgeführt.