Samstag, 24. Oktober 2015
20:15 - 22:00

unbekannt
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Beschreibung

Ein Geburtstagsessen, der Vater wird 60, die Familie trifft sich am Tisch. Die Stimmung ist entspannt, alle bemühen sich um den Familienfrieden. Schliesslich präsentiert die Tochter das eigentliche Geschenk des Abends: Sie werde heiraten und eine Familie gründen. Der Basler Schauspieler, Regisseur und Autor Lorenz Nufer entwickelt aus dieser Grundkonstellation ein psychologisches Kammerspiel, in dem die Grundpfeiler einer bürgerlichen Familie ins Wanken gebracht werden und das in eine hochnotkomische Farce mündet.

Die knappe Ankündigung der Tochter birgt zum Entsetzen der Eltern Zündstoff: Sie liebt einen Mann, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Die Eltern ereifern sich nun zwischen Vorwürfen und Selbstanklagen. Dabei haben die beiden selbst Geheimnisse, die in dieser aufgewühlten Situation an die Oberfläche drängen: Der Vater, einst ein erfolgreicher Hochschulprofessor, hat seine Professor niedergelegt und sich mit einer Beratungsfirma selbstständig gemacht. Nun stellt sich heraus, dass dieser Abgang nicht ganz freiwillig war, was wiederum die Mutter zu einer dramatischen Entscheidung motiviert.

Im Laufe des Abends decken Nufer und sein Team familiäre Intrigen und versteckte Begehren auf. Mit Rebekka Burckhardt, Pascale Pfeuti und Ernst C. Sigrist steht dem Regisseur ein formidables Schauspielertrio zur Seite, das den Umschwung vom Tragischen ins Komische – und wieder zurück – mit Spiellust und bemerkenswerter Leichtigkeit vollzieht. Das Familiendrama entpuppt sich dabei als hinterhältiges Strategiespiel und seine Protagonist/innen als gut gecoachte Rhetoriker.

„Was eingangs ein intim familiäres Geburtstagsdinner war, wächst sich im Verlauf des Stücks immer weiter aus und schwappt bald über die Grenzen von Bühne und Einzelcharakteren hinaus.“ (Badische Zeitung)
„So sorgfältig das Spiel der drei Schauspieler, so durchkomponiert ist die Szenerie. (...) Die Familie, in der jedes Mitglied seine festgelegte Rolle hat, ist ein Gefängnis. Und brechen ihre Mitglieder aus ihren Rollen aus, so bricht auch der Überbau zusammen. Dann herrschen Chaos und Zerstörung (...). Aber vielleicht braucht es dies manchmal als ersten Schritt zu neuer Freiheit?“ (Basellandschaftliche Zeitung)

MIT: Rebekka Burckhardt, Pascale Pfeuti und Ernst C. Sigrist.
TEXT: Renata Burckhardt und Lorenz Nufer.
REGIE: Lorenz Nufer.
BÜHNE: Chasper Bertschinger.
KOSTÜME: Eva Butzkies.
LICHT UND TECHNIK: Thomas Kohler.
DRAMATURGIE: Eva Böhmer.
PRODUKTION: stranger in company.

Eine Koproduktioin mit der Kaserne Basel und dem Theater Tuchlaube Aarau.