Freitag, 11. März 2016
20:15 - 22:00

Keine Angabe
Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden. Hier geht's zum Kalender mit allen anstehenden Veranstaltungen.

Beschreibung

Eine Schauspielerin, ein Sänger und ein Pianist arbeiten sich durch Akten, Interviews und Anklageschriften aus laufenden Asylverfahren. Sie suchen nichts weniger als die Menschen hinter den Papierstapeln. Durch den Filter des romantischen Kunstliedes, in dem die Themen „Wandern“ und „Sehnsucht“ zelebriert werden, erproben sie einen differenzierten Blick auf zeitgenössische Geschichten des Auswanderns, spielen Perspektiven jenseits von Klischees und politischer Vereinnahmung durch.

„Nach Lampedusa – Wandererfantasien“ ist ein romantisch-dokumentarischer Musiktheaterabend, in dem die Grenzen zwischen Vertrautem und Fremden durchlässig werden.
Mit Musik von Franz Schubert und einem musikalischen Zugang zur bürokratischen Sprache werden die Aktennotizen zum Leben erweckt. Gleichzeitig trennt die romantische Musik als bürgerlich-mitteleuropäisches Kulturgut die drei Akteure vom Schicksal der Asylsuchenden. Sie ist ein Übersetzungsversuch in einen Erfahrungs- und Imaginationshorizont, der uns geläufig ist. Sie kann gar zum Rückzugsort, zu einem Schutzraum der Stilisierung werden.
Ist das Publikum bereit, die Konsequenzen aus dieser Annäherung zu ziehen?