Mittwoch, 2. Dezember 2015
20:15 - 22:15

keine Angabe
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Beschreibung

Club 111, die kultige Berner Theatertruppe, die seit 25 Jahren dem Hauptstadt-Kulturleben ihren Stempel aufdrückt, gastiert mit der unterhaltsamen Familien-Soap „Wir Erben“, die zugleich ein Ausflug in 100 Jahre Schweizer Geschichte ist. Drei Kinder eines unehelichen, im Heim aufgewachsenen Jungen und einer gutbürgerlichen Tochter suchen in dem Stück der gebürtigen Aarauerin Suzanne Zahnd und des Berner Autors Gerhard Meister ihren unterschiedlichen Weg und finden sich im Erbstreit wieder.

„Wir Erben“ verfolgt die Geschichte der Familie Frauchiger über mehrere Generationen von den frühen 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts bis in eine nicht näher bestimmte Zukunft hinein und zeichnet damit ein Panorama der Schweiz, wie sie einmal war, wie sie heute ist und wohin sie sich bewegen könnte.
Angelpunkt der Geschichte ist dabei die Figur des Marco Frauchiger, der als Sohn eines italienischen Gastarbeiters und als uneheliches Kind auf die Welt kam. Wegen dieses Verstosses gegen Anstand und Sitten ihrer Zeit wird seine Mutter von ihrer gutbürgerlichen Familie verstossen und enterbt. Marco Frauchiger schafft gleichwohl den gesellschaftlichen Aufstieg durch Heirat und die Gründung eines Baugeschäftes, das vom Boom und der Autobahneuphorie profitiert. In der Generation seiner Erben und Kinder entfächert sich das ganze Spektrum leistungsbetonter, hedonistischer und sinnsuchender Lebensstile. Seine Enkelin schliesslich setzt sich künstlerisch mit ihrer Familiengeschichte auseinander.
Die frei erfundene Familiengeschichte spielt vor dem Hintergrund realer historischer Ereignisse, es treten aber auch Figuren auf, die mehr oder weniger nahe an historische Persönlichkeiten angelehnt sind (zum Beispiel der Journalist Niklaus Meienberg oder der Schädelvermesser Otto Schlaginhauf).
Auf einer zweiten Erzählebene tritt eine nicht näher bestimmte Gruppe von Innerschweizern auf, die jene so oft beschworene Schweiz verkörpern, die es nie gegeben hat. Diese Urschweizer Taliban begnügen sich lange mit kommentieren, verlassen zum Schluss der Geschichte aber ihre Beobachterposition und lassen die verstädterte, multikulturelle und global angebundene Schweiz buchstäblich ins Wasser fallen. „Das ist klug, unterhaltsam und erfrischend.“ (Berner Zeitung)