Das Jahr 2015 in Aarau

Erinnerst du dich auch nur noch sehr vage an die ersten Monate 2015?

Da gabs Schnee. Viel Schnee. Leider, leider fehlt Aarau aber ein ordentlicher Skihügel, von einem Skilift ganz zu schweigen. Eine Fusion mit Densbüren könnte diesen bedauerlichen Umstand beenden.

Im April lüftete die Aargauer Zeitung das Geheimnis...

...um „den Mann mit dem Ausschnitt“. Bereits jetzt dürfte jedem Aarauer – oder überhaupt jedem, der sich ab und zu in Aarau aufhält – klar sein, um wen es geht. Hans Fischer heisst der Typ, der mit bis zum Bauchnabel geöffnetem Hemd, langen dunklen Haaren und, wenn’s hoch kommt, mit Sonnenbrille durch Aarau stolziert. „Er ist für Aarau wie die Freiheitsstatue für New York“, schrieb ein Leser. Wie wahr. Dennoch dürfte der eine oder andere enttäuscht gewesen sein, als er las, dass Fischer nicht wie allseits vermutet als Pornostar sein Geld verdient, sondern als (mittlerweile pensionierter) Grafiker.

Ebenfalls im April...

...liessen sich die Fans des FC Zürich von einer Gästesektor-Sperre im Stadion Brügglifeld nicht abhalten und reisen trotzdem nach Aarau. Die Kapo, offenbar eben erst aus dem Seminar „Filzen und Festnehmen für Fortgeschrittene“ gekommen, hatte ein Chäferfäscht und hielten gut 300 Leute vorübergehend fest. Ob FCZ-Fan oder grad auf dem Weg an eine Geburtstagsparty – egal, Handschellen raus und ab in den Kastenwagen.

Im Mai bliesen die Altstadtbewohner...

...zum Angriff auf die Tauben, gerne auch „gefiederte Ratten“ genannt. „Beschissen“ ist ihre Situation im wahrsten Sinne des Wortes. Die gängigen Abschreckmassnahmen nützen nix, obwohl die Stadt ganz perfide vorgeht: Den Taubenpärchen – sie leben übrigens stets monogam – werden die Eier weggenommen und durch Gipsattrappen ausgetauscht. Ob die Viecher den Tausch bemerken und einfach umso öfter vögeln, um Nachwuchs zu produzieren, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch: Töten bringt auch wenig, der Bestand ist innert Wochen wieder aufgefüllt.

Gleichzeitig liess der Stadtrat eine Bombe platzen:

Wegen Sicherheitsbedenken gibt’s künftig am Maienzug-Vorabend keine Livemusik mehr. Diese Massnahme zu kommunizieren, kam den Behörden erst in den Sinn, als einige Veranstalter bereits Bands gebucht haben. Seis drum - DJs und Musikbühnen ausserhalb der Aarauer Altstadt bleiben immerhin erlaubt.

Sieben kleine Schwänchen...

...schlüpften ebenfalls im Mai am Aareufer. Und dann gings wie im Lied mit den „Zehn kleinen Ne.. Jägermeister“ – da warens nur noch sechs. Fünf. Vier. Wir ersparen dir das Ende dieser tragischen Geschichte. Spoiler alert: Sie wird wahrscheinlich 2016 wiederholt.

Im August schrieb FDP-Einwohnerrätin...

...Olivia Müller (28) in einer Stellungnahme: „Aarau wird zum Altersheim“. Man müsse ja nicht mit Zürich mithalten, aber dass Aarau in Sachen Nachtleben nicht mal Baden das Wasser reichen kann, das fuchst unsereins schon. Um 2, wenn die Bars schliessen, ist mit wenigen Ausnahmen (Boiler Club, Flösserplatz Aarau, KiFF Aarau, Laguna Bar & Club, Schlaflos Club, Utopia Club Aarau und Wenk Areal Aarau) Schicht im Schacht.

Im September dann kamen...

...die Volksmusiker, und drei Tage lang waren sie in der Innenstadt allgegenwärtig. Eingefleischten Gegnern von Schwyzerörgeli und Hackbrett blieben zwei Möglichkeiten: Entweder, man verzog sich in Gefilde, die akkustisch zumutbar(er) waren – eine kleine Jazzbar in Liverpool oder auch eine Hühnerfarm in Polen. Oder aber man arrangierte sich mit den Voksmusikern, tauchte mitten ins Geschehen und fand sich morgens um zwei beim Suff-Jass mit drei Alpöhis wieder. Bei der Eintrittskontrolle hingegen verstanden die Volksmusiker gar keinen Spass. Wer via Laurenzi in die Altstadt wollte, wurde gnadenlos aufgehalten. Auch Anwohner, die das weniger amüsant fanden.

Ebenfalls im September reisten...

...für die Demo Aufstand der Anständigen gut 3500 Leute nach Aarau, um gegen Fremdenhass und das „vergiftete Politklima“ zu demonstrieren. So ganz allen Passanten auf dem Banhofplatz war das aber nicht klar, liessen sich doch Bonmots hören wie „Was isch das?‘“ – „Sie hend gseit, der Aufstand der Randständigen“, oder auch „Was mached die do? – „Das isch glaub e Anlass vode Junge SVP.“

Auch noch im September feierte...

...das „KiFF Aarau“ 25-Jahr-Jubiläum. Einer, der quasi seit der ersten Stunde als Künstler mit dabei war, ist Endo Anaconda. Im az-Interview betonte er, er habe nie gekifft im KiFF: „Ich habe nie weiche Drogen genommen.“

Nur wenig später, im Oktober,...

...feierte mit dem Theater Tuchlaube die nächste Kulturinstitution Jubiläum, Die erste Vorführung fand am 9. Oktober 1965 statt. In einem Keller in der Rathausgasse hatte man sich eingerichtet. Ein Klo gab es nicht. «Was Sie suchen, finden Sie in den Beizen vis-à-vis», schrieben die Gründer auf Schilder, erinnert sich einer von ihnen in der az.

Im Oktober...

...zog der Mann, der das neue Stadion für den FC Aarau quasi im Alleingang verhindern will, die Baubewilligung vor das Bundesgericht. Dort liegt die Angelegenheit (leider) noch mindestens ein halbes Jahr.

Ebenfalls im Oktober...

...entdeckten die Aarauer, dass an der Aare beim Schönenwerder Wehr mehr als nur ein bitzli Wald gerodet wurde. Kurz: Die gesamte Flusslandschaft wird umgestaltet, die Sandbänke verschwinden. Schuld daran sind die Solothurner, die diese Hochwasserschutzmassnahme beschlossen haben.

Im November versenkten die Aarauer Stimmbürger...

...das neue Budget. Ein Steuerfuss von 100 Prozent? Gott behüte! Da muss doch noch was zu sparen sein – so jedenfalls legen die Bürgerlichen das Abstimmungsresultat aus. Also hat der Stadtrat nochmals ein hübsches Sümmchen zusammengestrichen. Die Schulkinder dürfen jetzt nicht mehr an den Lago Maggiore fürs Schuelreisli, sondern nur noch ins „Roggi“ (Wildpark Roggenhausen).

Dort hat aber,...

...ebenfalls im November, ein heimtückisches Herpesvirus die Hirsche erwischt. Die Tiere überlebten die Infektion nicht. Sterben mussten auch die Mufflon-Schafe, die zwar nicht krank wurden, aber als das Virus hätten weiterverbreiten können. So wurden sie abgeschossen, jeweils frühmorgens, bevor die Besucher ins Roggi kamen. Ob aus dem Mufflonfleisch Mufflonmuffins gemacht wurden, ist nicht bekannt.

Im Dezember wurde klar:

Big Brother watcht dich auch in Aarau. Das WLAN AarauFreenet trackt nicht nur angemeldete Nutzer, sondern quasi jeden und jeden. Entgegen erster Vermutungen werden die Daten aber nicht an den Samichlaus vertickt.

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu...

...und Heartbeat Aarau verzeichnet so viele Besucher wie noch nie. Dank unserem WhatsApp-Newsletter mit Empfehlungen zum Aarauer Nachtleben & Freizeitangebot und unserer Webseite mit umfangreichen Informationen zu Essen, Feiern, Freizeit & Shopping in Aarau, verzeichnen wir mittlerweile über 25’000 Aufrufe pro Monat - danke, danke, danke dafür!

Das war unser Rückblick auf Aarau...

...und das Jahr 2015. Was hast du 2015 über unser Aarau gelernt? Lass uns daran teilhaben.

Und damit du nichts verpasst, wenn wir 2016 so richtig durchstarten:

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geschrieben am 29.12.2015

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